Konzept
Der Anspruch der Blockflötenschule Fino Flötenkönig:
Die Lernschritte so strukturieren, dass die nächste Herausforderung mit einem für das Alter angemessenen Aufwand zu bewältigen ist.
Um dieses Ziel zu erreichen, müssen die Aufgabenstellungen rund um jeden Lernschritt fein abgestimmt und vielfältig sein. Daraus ergeben sich weitere Ansprüche.
Die Aufgabenstellungen in Fino Flötenkönig sind ausbalanciert in verschiedenen Aspekten:
- Vielfältige Aktivitätsformen sorgen für Abwechslung und Interesse: Schreiben, hören, erfinden, trainieren, spielen, rätseln.
- Sinnvolle Abstufung: Nicht zu schwer und nicht zu leicht - die Bedeutung von Erfolgserlebnissen sind bei den Aufgabenstellungen immer im Fokus der Autorinnen.
- Die Vielfalt der Aufgaben verzahnt sich eng mit dem Lernprozess und fördert die Kinder in verschiedenen Bereichen: Spielen von Liedern in ansteigender Schwierigkeit/Sicher Noten lesen/Rhythmusnotation verstehen/Fachbegriffe kennen und verwenden/Selber aktiv und kreativ werden/ein Gefühl für differenzierten Klang entwickeln
- Jede Aufgabe wird umrahmt oder mit Sinn erfüllt durch Fino und seine Freunde. Sie führen die Kinder mit Humor und Leichtigkeit durch alle Lernschritte hindurch und helfen in jeder Phase, sich für den nächsten Schritt zu motivieren.
Themen werden eingeführt und konsequent weiter gepflegt
In Fino Flötenkönig werden neue Inhalte nur dann gelernt, wenn es danach möglich ist, diese ausreichend zu variieren, zu üben und zu festigen. Jeder neue Inhalt wird außerdem in das von Anfang an gepflegte flüssige Musizieren eingebaut.
Beispiele:
- Noten lesen wird in vielen kleinen Abstufungen gelernt. Der Einstieg über farbige Noten ist sehr intuitiv und führt schnell zu flüssig gespielten Liedern. Erst dann wird langsam und gründlich die traditionelle Notation mit fünf Linien eingeführt. Auch nachdem neue Töne eingeführt wurden, werden diese in verschiedensten Varianten weiter geübt.
- Taktarten: Am Anfang sind alle Lieder im 4/4-Takt. Ab dem Moment allerdings, ab dem auch der 3/4-Takt eingeführt ist, wechseln Lieder im 4/4 und 3/4 Takt konsequent ab.
- Rhythmusnotation: Mit Hilfe der Notenhäuser wird das Thema Rhythmus in verschiedensten Variationen und eng verzahnt mit anderen Inhalten geübt und Schritt für Schritt erweitert.
- Achtelnoten: Bewusst werden Achtelnoten erst im zweiten Band eingeführt. Das hat zwei Gründe: Erst wenn der Wechsel zwischen den Notenwerten Viertel/Halb sicher und am Puls orientiert beherrscht wird, hat es Sinn, einen neuen Notenwert, die Achtelnote, einzuführen. Zweitens: Erst wenn Lieder mit Vierteln und Halben flüssig gespielt werden können, sind technisch die Voraussetzungen gegeben, dass Achtelnoten auch locker und mit gutem Klang umgesetzt werden können. Ab der Einführung der Achtelnoten werden diese in sinnvollen kleinen Einheiten in ansteigender Schwierigkeit geübt und in Spielstücken angewendet.
- Artikulation: Am Ende von Band 1 wird "Staccato" als Artikulationsform eingeführt. Am Beginn von Band 2 dann "Legato". Immer wieder erinnern Heupferd (Staccato), Bär (Non Legato), Schlange("Legato") daran, dieses unterschiedlichen Spielformen zu verwenden. Im gesamten zweiten Band gibt es immer wieder Spielstücke, die dazu einladen, Staccato oder Legato anzuwenden.
Das Prinzip, Inhalte nur dann einzuführen, wenn diese auch konsequent geübt und angewendet werden können, führt automatisch zu einer gewissen Eingrenzung von Themen.
Fino Flötenkönig beschränkt sich bewusst auf Inhalte, die in einem sinnvollen Rahmen geübt und verinnerlicht werden können.
Dieses Prinzip führt zwangsläufig zu einer geziehlten Auswahl der Themen. Darin unterscheidet sich Fino auch deutlich von anderen Methoden.
- Im ersten Band werden bewusst nur 5 Töne eingeführt.
- Rhythmusnotation im ersten Band ist auf drei verschiedene Notenwerte beschränkt (Viertel/Halbe/Punktierte Halbe) und zwei Taktarten.
- Im zweiten Band werden nur die Tonarten D-Dur und G-Dur ausgebaut. F-Dur und C-Dur wird erst im dritten Band eingeführt.
- Achtelnoten werden erst zu Beginn des zweiten Bandes eingeführt, weil die Kinder erst da den nötigen "Schwung" entwickeln können.
- Der punktierte Rhythmus mit der punktierten Viertelnote wird erst ab Mitte des zweiten Bandes gelernt, dann aber konsequent in beiden Taktarten geübt.
- Band 1 und 2 beschränken sich bewusst auf die Taktarten 2/4, 3/4/ und4/4 Takt.
Die gezielte Eingrenzung von Themen ermöglicht es erst, den Anspruch von Fino Flötenkönig umzusetzen: In kleinen Schritten zum Ziel gelangen und dabei immer die Freude an der Musik im Fokus behalten.
Diese Einschränkung auf der einen Seite wird durch positive Effekte auf der anderen Seite belohnt:
- Die Inhalte werden nachhaltiger und sicherer gelernt.
- Die fein abgestimmten Lernschritte führen dazu, dass sich ab einen gewissen Punkt der Lernprozess fast verselbständigt. Die Kinder, haben sie das Prinzip erst einmal verstanden, fangen oft an, selbständig sich neue Dinge anzueignen und spielen und lernen in ihrem eigenen Tempo. Als Lehrer an der Seite der Kinder muss man hier manchmal eher bremsen und sagen "wir lernen erst das G, wenn du H und D sicher unterscheiden kannst." Kommt dann das G dran, wissen die Kinder schon längst, wie man es greift. Oft haben sie heimlich Lieder mit G vorgeübt...
- Die Freude und Motivation ist immer sehr hoch, es entwickelt sich eine starke Dynamik, die je nach Kind auch dazu führen kann, dass die Kinder schon sehr früh eine gewisse Geläufigkeit entwickeln.
- Am Ende von Band 2 können in der Regel schon sehr ansprechende Spielstücke gespielt werden, die auch durch die von Anfang an gelernte Lockerheit viel Freude machen.
Die Hefte Fino Flötenkönig 1+2 möchten zusammengefasst in kleinen Schritten, mit fein ausgefeilter Methodik den Kindern auf fröhliche und motivierende Art und Weise wichtige Grundlagen des Blockflötenspiels vermitteln:
- Flüssige Griffwechsel: Motorische Herausforderungen in kleinen Schritten lösen.
- Zeit, um die Fähigkeit zu entwickeln, Töne differenziert zu spielen und klangschön zu verbinden.
- Genug Liedmaterial, um Freiraum für das Erarbeiten von Einteilung und Dosierung von Atemluft zu haben.
- Differenziertes und gut abgestimmtes Material bereitstellen, um Rhythmusnotation zu verstehen und sicher anzuwenden.
- Fachbegriffe in einer sinnvollen Auswahl verstehen und immer wieder verwenden.