Rhythmus lernen mit Rhythmussprache oder mit "Zählen"?

Rhythmussprache meint man das Verbinden von bestimmten Notenwerten mit Silben. Diese sehr bewährte Möglichkeit, sich Rhythmus anzueignen wird nicht nur in der Pädagogik mit Kindern angewendet, auch professionelle Musiker verwenden verschiedene Arten von Rhythmussprachen. Für den Kinderbereich gibt es grundsätzlich zwei verschiedene Richtungen, die sich leicht unterscheiden, z.B. in der Art wie eine Halbe Note bezeichnet wird. ("Ta-a" versus "Ta-ja" als Beispiel). In den Fino Heften wird eine Mischung aus beiden Richtungen verwendet. 
In den Fino Heften wird die Rhythmussprache als Hilfsmittel zum praktischen Umsetzen von Rhythmen natürlich auch angeboten, allerdings erst am Ende von Band 1. Bis dahin lernen die Kinder im gesamten ersten Band Rhythmus mit der Methode "Zählen" verstehen. 

Warum wird am Anfang "nur" das Zählen geübt in Fino Flötenkönig?


Ohne Zählen geht es nicht

Irgendwann, etwa ab dem Zeitpunkt, wo die Kinder vier oder mehr unterschiedliche Notenwerte kennen, reicht die Rhythmussprache nicht mehr als einzige Methode, um Rhythmusnotation sicher in verschiedenen Kontexten umzusetzen.

Das "Zählen" als Methode braucht viel Übung

Die Erfahrung hat gezeigt, wird das Zählen erst zu einem späteren Zeitpunkt eingeführt, sind die Themen oft schon recht komplex, egal ob es um Punktierte Rhythmen geht oder darum , wann ein Kind beim Ensemblespiel einsetzten muss - auf den zweiten oder den ersten Schlag? Wenn man dann beginnt, das Zählen zu erklären und zu üben, dauert es oft lange, bis die Kinder dieses Werkzeug sicher verwenden können. Das führt dazu, dass der Lernprozess an dieser Stelle ins Stocken kommt, das Zählen wird als kompliziert empfunden, oft kommt es dazu, dass sich die Kinder eine Weile "durchwurschteln", also den Rhythmus mehr irgendwie spielen, anstatt wirklich zu verstehen, was sie machen. 

Das Zählen von Anfang an in kleinen Schritten lernen

Daher hat es sich bewährt, das Zählen von Anfang an in kleinen Schritten, parallel zu allen anderen Lerninhalten mitzulernen. So kommt es zu keinen schwierigen Übergängen von der einen zur anderen Methode. 
Mit Hilfe der Notenhäuser ist das Prinzip auch von Anfang an völlig klar und "einfach" für die Kinder.
Weil der Drache immer wieder auftaucht und mit den Kindern Rhyhtmus übt, können die Kinder am Ende von Band 1 sich ihre Rhythmuswelt mit Zählen sicher erschließen und am Puls orientiert Notenwerte korrekt aushalten. 

Rhythmussprache als sehr intuitive Methode kommt später dazu

Für das Lernen der Achtelnoten ist die Rhythmussprache dann aber sehr hilfreich!
Mit Ta/Tate oder Ta/Titi, je nachdem, wie der Lehrer es verwendet, ist für Kinder der Wechsel zwischen Achtel und Viertelnoten zuerst viel schneller zu erfassen. 
Dafür reicht es aber, wenn die Rhythmussprache am Ende von Band 1 kennen gelernt wird. Die Rhythmussprache ist so intuitiv, dass sie ohne viel Aufwand als zusätzliche Methode und sinnvolle Ergänzung prinzipiell zu jedem Zeitpunkt ergänzend verwendet werden kann. 

Aber natürlich: Jeder kann seine Methode frei wählen

Fino bietet diesen oben beschriebenen Weg an, weil das in Kombination mit der Methode der Notenhäuser zu sehr guten Ergebnissen geführt hat. Aber das heißt nicht, dass es für alle Lehrer gleich gut funktioniert. Man kann den Rhythmuslehrgang in Fino 1 auch komplett mit Rhythmussprache erarbeiten, wenn man das möchte. Das wird jeder Lehrer aufgrund seiner Erfahrungen individuell lösen und für seine Schüler den besten Weg finden.